Vier Dinge haben sich seit letztem Jahr verschoben — sie ändern, worauf du beim Kauf 2026 achten solltest. In dieser Reihenfolge.
1. Die Modul-Preise drehen wieder nach oben
Nach 24 Monaten Preisverfall steigen Modul-Preise seit Februar 2026 spürbar. China hat die Export-Steuer- Erstattung für PV-Module gestrichen, Silber (zentraler Rohstoff der Solarzellen-Kontaktierung) notiert auf Rekord-Niveau. Erste Hersteller (Tepto, infranken berichten) haben im März 2026 die Preise um 10 bis 15 Prozent angehoben. Wer 2025 nicht gekauft hat, zahlt 2026 mehr — und die Aussichten für 2027 sind nicht besser.
2. Speicher ist Standard, nicht mehr Add-on
2024 war Speicher ein optionales Zubehör. 2026 ist es das Standard-Bundle: Anker, EcoFlow, Marstek, Zendure und Maxxisun verkaufen ihre Sets primär mit integriertem Speicher. Reine Solar-Sets ohne Speicher gibt es weiter, verlieren aber an Marktrelevanz. Die Speicher-Preise fallen erstmals unter 200 €/kWh (Marstek), Premium- Lösungen wie Anker und EcoFlow liegen bei 350 – 450 €/kWh.
3. DIN VDE V 0126-95 wirkt als Marktbereinigung
Die seit 1. Dezember 2025 verbindliche Produktnorm hat graue eBay-/AliExpress-Bundles aus dem Markt verdrängt — sie sind in Deutschland faktisch nicht mehr verkehrsfähig. Hoymiles HMS-800W-2T ist der De-facto- Standard-Wechselrichter, in über 70 Prozent aller seriösen Sets verbaut. Bosswerk, das vor einigen Jahren wegen Relais-Problemen Schlagzeilen gemacht hat, ist im engeren 800-W-Endkundenmarkt 2025/2026 nur noch marginal präsent.
4. Dynamische Tarife treiben die Architektur
Seit 2025 müssen Versorger dynamische Stromtarife anbieten. 2026 koppeln Maxxicharge V2, EcoFlow STREAM Ultra und Anker Solarbank 3 Pro nativ an Tibber und aWATTar — das heißt: der Speicher lädt sich auch günstigem Netzstrom voll, wenn der Tarif niedrig ist, und speist bei Spitzenpreisen aus. Marstek und Zendure ziehen via Modbus / MQTT nach. Wer einen Speicher kauft und die dynamischen Tarife nicht nutzt, verschenkt heute 30 bis 80 Euro pro Jahr.