Förderung · Nordrhein-Westfalen · Stand Juli 2026
Balkonkraftwerk-Förderung in NRW
Das Land hat sich zurückgezogen, die Städte sind eingesprungen — mit sehr unterschiedlicher Großzügigkeit. Köln zahlt verlässlich, Bonn staffelt nach sozialer Lage, Düsseldorf baut um. Hier ist der Stand für das bevölkerungsreichste Bundesland, Programm für Programm.
TL;DR
In 30 Sekunden
Das Land pausiert, die Städte zahlen. progres.nrw fördert Steckersolar seit dem 9. Dezember 2025 nicht mehr. Aktiv sind kommunale Programme — allen voran Köln mit 150 € (200 € mit Köln-Pass, von uns im Juli 2026 verifiziert) und Bonn mit sozialer Staffelung bis 640 €. Düsseldorf nimmt derzeit keine neuen Anträge an. Überall gilt: Antrag vor dem Kauf.
progres.nrw — der Rückzug des Landes
NRW hatte mit progres.nrw zeitweise ein Landesprogramm, das Steckersolargeräte mit 100 Euro pauschal bezuschusste — und das regelmäßig binnen Minuten ausgebucht war. Zum 9. Dezember 2025 wurden die Richtlinien überarbeitet und der Steckersolar-Baustein ausgesetzt.
Seitdem liegt die Förderung vollständig bei den Kommunen. Eine Neuauflage auf Landesebene war zum Stand dieser Seite nicht angekündigt — wer darauf wartet, sollte die Bezirksregierung Arnsberg (Abwicklungsstelle von progres.nrw) im Blick behalten, aber den Kauf nicht davon abhängig machen.
Die Stadt-Programme im Überblick
Sechs Programme haben wir erfasst — zwei davon (Köln, Düsseldorf) direkt beim Förderträger geprüft, die übrigen stammen aus Sekundärquellen und sind entsprechend gekennzeichnet. Stadt-Programme ändern sich monatlich; jeder Eintrag ist eine Momentaufnahme.
Köln · Klimafreundliches Wohnen — Steckersolar — 150 € / Wohneinheit · 200 € mit Köln-Pass aktiv
Von uns im Juli 2026 direkt bei der Stadt verifiziert. Budget 2026: 8 Mio. € für die Photovoltaik-Programme insgesamt; Anträge laufen über das Online-Portal, Antrag vor dem Kauf. stadt-koeln.de
Bonn · Solares Bonn — Steckersolar — gestaffelt: Eigentümer bis 80 € · Mieter bis 160 € · Bonn-Ausweis bis 640 € aktiv
Staffelung nach Wohnsituation (pro kWp gerechnet). Detailkonditionen zum Stichtag nicht einzeln verifiziert — vor Antrag bei der Stadt prüfen. bonn.de
Düsseldorf · Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten — zuletzt 50 % der Kosten · max. 600 € pausiert
Programm wird überarbeitet, neue Anträge sind derzeit nicht möglich; bewilligte Anträge bleiben gültig. Historisch großzügig — inklusive kostenloser Anlagen für einkommensschwache Haushalte (bis 800 €). duesseldorf.de
Essen · Kommunaler Steckersolar-Zuschuss — ca. 200 € aktiv
Aus Sekundärquellen; zum Stichtag nicht direkt bei der Stadt verifiziert. essen.de
Gelsenkirchen · Klimaschutz-Förderung — ca. 100 – 200 € (nach Leistung gestaffelt) aktiv
Aus Sekundärquellen; zum Stichtag nicht direkt bei der Stadt verifiziert. gelsenkirchen.de
Städteregion Aachen · Steckersolar-Zuschuss — ca. 80 € pro Modul aktiv
Aus Sekundärquellen; zum Stichtag nicht direkt verifiziert. staedteregion-aachen.de
Das Muster hinter den Kölner und Bonner Programmen ist bemerkenswert: gefördert wird sozial gestaffelt — wer wenig hat, bekommt mehr. Steckersolar als Energiewende-Instrument für Mieter, nicht als Bonus für Eigenheime.
So läuft der Antrag (am Beispiel Köln)
- 1. Programm-Status prüfen. Direkt auf stadt-koeln.de (Suchbegriff „Photovoltaik klimafreundliches Wohnen“) — nicht auf Drittseiten.
- 2. Als Mieter: Vermieter-Zustimmung einholen. Seit Oktober 2024 hast du einen gesetzlichen Anspruch darauf (§ 554 BGB) — mit Mustertext für die Anfrage.
- 3. Antrag online stellen, Bewilligung abwarten. Erst nach der Bewilligung bestellen — rückwirkend wird nicht gefördert.
- 4. Installieren, registrieren, abrechnen. Rechnung (mit 0-%-MwSt-Ausweis), Foto und Marktstammdatenregister-Nummer über das Portal einreichen.
Die Rechnung ohne Förderung
Auch ohne Zuschuss ist die Rechnung in NRW solide: rund 790 bis 800 kWh Jahresertrag für ein 800-Watt-Set in Köln oder Düsseldorf, null Prozent Mehrwertsteuer beim Kauf, Set-Preise zwischen 300 und 500 Euro.
Ob es sich an deinem Balkon konkret rechnet, hängt an Ausrichtung, Verschattung und deinem Tagesverbrauch — der Rendite-Rechner rechnet es standortgenau durch. Vertiefung für die beiden größten NRW-Städte: Stadt-Profil Köln und Stadt-Profil Düsseldorf; alle Bundesländer in der Förderungs-Übersicht.
FAQ
Häufige Fragen
Fördert das Land NRW Balkonkraftwerke noch?
Aktuell nicht. Das Landesprogramm progres.nrw hat Steckersolargeräte zeitweise mit 100 Euro pauschal bezuschusst, wurde aber zum 9. Dezember 2025 überarbeitet und der Steckersolar-Teil ausgesetzt. Ob eine Neuauflage kommt, war zum Stand dieser Seite (22. Juli 2026) offen. Die Förderung läuft seitdem über die Kommunen.
Wie viel zahlt Köln für ein Balkonkraftwerk?
150 Euro pro Wohneinheit, mit Köln-Pass 200 Euro — über das Programm „Klimafreundliches Wohnen“. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Mieter. Für die Kölner Photovoltaik-Programme stehen 2026 insgesamt acht Millionen Euro bereit; der Antrag läuft online über stadt-koeln.de und muss vor dem Kauf gestellt werden.
Wann nimmt Düsseldorf wieder Anträge an?
Ein Termin ist nicht öffentlich benannt. Das Programm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“ wird derzeit überarbeitet; bis dahin sind keine neuen Anträge möglich, bereits bewilligte bleiben gültig. Zuletzt förderte Düsseldorf mit 50 Prozent der Kosten bis 600 Euro — und einkommensschwache Haushalte mit bis zu 800 Euro, was eine Anlage faktisch kostenlos machte. Es lohnt sich, die Stadt-Seite im Blick zu behalten.
Fördert Wuppertal Balkonkraftwerke?
Ein eigenes, aktives Steckersolar-Zuschussprogramm der Stadt Wuppertal konnten wir zum Stand dieser Seite nicht verifizieren. Wuppertal bündelt Klimaschutz-Förderungen in seinem Klimaschutzkonzept — ob darin aktuell ein Steckersolar-Baustein enthalten ist, klärst du am schnellsten direkt bei der Stadtverwaltung oder den Wuppertaler Stadtwerken.
Muss der Antrag in NRW vor dem Kauf gestellt werden?
Bei praktisch allen kommunalen Programmen ja — Köln und Düsseldorf verlangen es ausdrücklich. Erst Antrag stellen, Bewilligung abwarten, dann kaufen. Rückwirkende Förderung bereits gekaufter Anlagen ist die absolute Ausnahme. Wer die Reihenfolge nicht einhält, verliert den Anspruch unabhängig von der Programmlage.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk in NRW auch ohne Förderung?
Meistens ja. NRW liegt bei der Einstrahlung im Bundesmittelfeld — ein 800-Watt-Set erzeugt in Köln oder Düsseldorf rund 790 bis 800 kWh im Jahr. Mit dem bundesweiten Nullsteuersatz (0 % Mehrwertsteuer) und Set-Preisen von 300 bis 500 Euro amortisieren sich viele Anlagen in vier bis sechs Jahren, ohne dass ein kommunaler Zuschuss nötig wäre.
Belege
Quellen
- [1]Stadt Köln — Förderprogramm „Photovoltaik — klimafreundliches Wohnen in Köln“, Pressemitteilungen zum Programmstart 2026 (Budget, Steckersolar-Pauschalen). stadt-koeln.de
- [2]Landeshauptstadt Düsseldorf — Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“ (derzeit in Überarbeitung). duesseldorf.de
- [3]Bundesstadt Bonn — Förderprogramm „Solares Bonn“. bonn.de
- [4]progres.nrw — Programmbereich Klimaschutztechnik, Richtlinien-Überarbeitung zum 9. Dezember 2025. bra.nrw.de
- [5]§ 12 Abs. 3 UStG — Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp, seit 1. Januar 2023. gesetze-im-internet.de
Stand · 22. Juli 2026 · Köln und Düsseldorf direkt beim Förderträger geprüft; übrige Städte aus Sekundärquellen. Vor jedem Antrag den aktuellen Status bei der Kommune verifizieren.